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Der Messias im HSV-Trikot – VdV is back

16/09/2012

Ganz Deutschland freut sich: Van der Vaart ist zurück! Besonders die HSV-Anhänger sind glücklich, da sie ihren Fußball spielenden Mann mitgebracht hat. Die Rückkehr des Kickers war möglich, da Herr Kühne nochmals großzügige Unterstützung gegeben hat. Mit seinen Millionen(-Krediten) hat er maßgeblich zum Transfer beigetragen. In Hamburg herrscht Euphorie. Ganz offen werden mutige Ziele wie der Nichtabstieg ins Visier genommen. Gut, mehr sollte bei den bescheidenen Ausgaben auch erstmal nicht drin sein. Was geht, HSV?

Rafael van der Vaart ist der große Hoffnungsträger für den taumelnden Dino, der den Kometen, der das Bundesliga-Leben beenden könnte, schon auf sich zufliegen sieht. VdV steht gleichermaßen für spielerische Klasse und alte Zeiten mit (halbwegs) erfolgreichen Bundesligaplatzierungen des Hamburger SV. Die desolate Truppe richtet sich auf und es besteht wieder Hoffnung, tatsächlich Bundesliga-Punkte erringen zu können. Bei den Fans genießt der neue, alte Spielmacher schon jetzt Heiligenstatus. Der Messias des HSV?!

Zweifelsohne ist der Rückkehrer ein Gewinn für den Trümmerhaufen, den der HSV zuletzt aufs Spielfeld schickte. Er hat soviel Qualität, dass er dem Team aus dem Stand und ohne „Automatismen“ oder abgestimmte Laufwege weiterhelfen wird. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Nr.4 im Norden dem Heiligen mit Jirácek und Badelj auch noch zwei neue „Sechser“ an die Seite gestellt hat, die die Qualität ebenfalls nur erhöhen können. Trotz allem ist es doch ein Armutszeugnis, dass kurz vor Ende der Transferperiode so ein Transfer gestemmt werden muss, den sich der Club eigentlich gar nicht leisten kann. Als Argument gilt dann: „Der Abstieg wäre teurer!“. Da fragt man sich doch, was bis zu diesem Punkt alles schief laufen musste. Die Probleme des HSV kamen ja nicht unbedingt aus dem Nichts. In der „Vor-VdV-Transferperiode“ wurde ein (gehaltsmäßig) teurer Torwart geholt (, obwohl diese Position mit Drobny gut besetzt war) und ein Stürmer (Rudnevs) geholt, der so stark ist, dass er erstmal hinter Berg, den der HSV seit Jahren entweder nicht verkauft oder nicht integriert bekommt, auf der Bank sitzt. Alle anderen Stürmer mit mehr als vier Bundesligatoren wurden verkauft. Der „Rüpel-Profi“ Scharner, der die, durch formschwache deutsche Ex-Nationalspieler ergänzte, desolate Chelsea-B-Abwehr verstärken sollte, fällt erstmal verletzungsbedingt aus. Naja vielleicht überrascht Erfolgstrainer Fink ja mit van der Vaart in der Innenverteidigung.

Es ist zu befürchten, dass der HSV sich früher oder später fängt und sowas ähnliches wie durchschnittliche Bundesligaform erreicht. Der Abstieg wird mit den letzten Neuzugängen zweifellos verhindert werden. Gerade „VdV“ ist ein sinnvoller Transfer, wenn auch unter den falschen Umständen entstanden.

Wie hervorragend die neuerliche Zusammenarbeit passt und wie vorbildlich scheinbar jetzt beim HSV gescoutet wird, wird deutlich, wenn man neben dem „Messias-Vergleich“ weiteren biblischen Kontext bemüht: so war Erzengel Raphael von jeher der Schutzpatron der Kranken. Insbesondere den Blinden stand er immer zur Seite…

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